Alle Christen einer Stadt unter einem Dach!

Zum diesjährigen Weihnachtskonzert lud die Gemeinde Premnitz der Neuapostolischen Kirche wieder in die katholische Kirche am Ort ein. Diese Einladung nahmen viele aktive, nicht aktive und Nicht-Christen an, um sich an den Darbietungen zu erfreuen.

Zu Beginn empfing der Bläserchor die Besucher mit dem Lied „Macht hoch die Tür” in einer Fassung von Siegfried Karnick. Dann begrüßte der Vorsteher der Gemeinde Premnitz alle Anwesenden mit den Worten: „Hier herrschen biblische Verhältnisse, wie sie zur Zeit von Jesu Geburt waren: Es war kein Platz mehr in der Herberge!” Und genauso war es auch in der katholischen Kirche: Alle Stühle, alle Bänke waren bis auf den letzten Platz besetzt, sodass einige Gäste sogar stehen oder auf der Orgelbank auf der Empore Platz nehmen mussten. Insgesamt waren 377 Personen anwesend, davon 281 Gäste.

Nach dem Gebet eröffnete der Chor das Konzert mit den Liedern „Herbei, o ihr Gläubigen”, „König der Könige” von Gustav Brand und „Ehre, Ehre sei Gott in der Höhe” von Friedrich Silcher. Aber auch die Instrumente kamen nicht zu kurz. Es erklangen verschiedene Stücke, angefangen von der Pastorale von A. Corelli über die Hirtensinfonie aus dem Weihnachtsoratorium von J. S. Bach bis hin zu den Vorträgen eines Geigenquartetts vom TonArt e.V. Dieses trug in schöner Weise die bekannten Lieder „Morgen kommt der Weihnachtsmann”, „Jingle Bells” und eine Gavotte von M. Prätorius vor, gespielt von Grundschulkindern, die von ihrer Geigenlehrerin Gabriele Knobloch begleitet wurden.

Doch auch die alten Weisen „Stille Nacht”, „Süßer die Glocken”, „O Jesulein süß” und „Es ist ein Ros' entsprungen” erfreuten die Herzen der Zuhörer.

Begeisternden Anklang bei allen Anwesenden fand der Kinderchor der Gemeinde Premnitz, der in diesem Jahr seinen ersten Auftritt hatte. Die Kinder sangen zuerst das Lied „In der schönen Weihnachtszeit”, begleitet von Klavier und Geige, und anschließend gemeinsam mit dem Chor das schöne alte Weihnachtslied „Noël Noël”.

Nach dem vielstimmigen Stück „Und unserer lieben Frauen Traum” von Max Reger am Ende des Konzertes ergriff der Vorsteher erneut das Wort. Er sagte: „Was würde jetzt Jesus sagen, wenn er heute unter uns wäre? – Endlich! Endlich sind alle Christen unter einem Dach!” Das zauberte bei allen Anwesenden ein Lächeln ins Gesicht. „Denn”, so sagte der Vorsteher weiter, „es gibt in der Stadt Premnitz vier christliche Konfessionen, wobei fünf hier anwesend sind.” Er finde es schön, dass so viele, auch Nicht-Christen, den Weg heute in dieses Konzert gefunden haben. Dann sprach er, auch im Namen des anwesenden Pfarrers der katholischen und des Pastors der evangelischen Kirche, die Einladung aus, dass alle die Weihnachtsgottesdienste hier in Premnitz wahrnehmen sollen und können. Niemand solle zu Weihnachten allein sein!

Zum Ende des Konzertes erklang das schöne Werk „Lob, Ehr und Dank” von J. S. Bach in der Fassung von H. Ober zusammen mit der Orgel. Nach dem anhaltenden Applaus, währenddessen die mitwirkenden Kinder nach vorn kamen, sangen die Sänger und Kinder gemeinsam als Zugabe erneut „Noël Noël”.

Im Anschluss gab jeder Zuhörer eine Spende, die für gute Zwecke in der Stadt verwendet werden soll.

sfr