Andachten im Rahmen der Bundesgartenschau

Während der Bundesgartenschau, die dieses Jahr im Havelland stattfand, wurden täglich auf jedem Standort Mittagsandachten gehalten – sowohl von der Evangelischen, Katholischen wie auch der Neuapostolischen Kirche.

Um die Andachten vorzubereiten, stand es den Gemeindemitgliedern zur Wahl, sich in sogenannten „Präsenzdiensten“ einzuteilen – auch, um BUGA-Gästen behilflich zu sein, ihre Fragen zu beantworten oder einfach nur für sie da zu sein.
Eine Schwester der Gemeinde Premnitz hatte sich häufig zu diesen Präsenzdiensten gemeldet und das eine oder andere Glaubenserlebnis gehabt. Sie schildert im nun folgenden Bericht ihre Sicht und ihr Erleben während der Bundesgartenschau:

Nun ist die Bundesgartenschau vorbei und ich möchte einen kleinen Rückblick halten.
Neben dem Motto der Bundesgartenschau „Von Dom zu Dom, das blaue Band der Havel“ gab es einen weiteren maßgeblichen Punkt, der hieß „Kirche und BUGA“, daher waren die Kirchen als Mitverantwortliche bei den Planungen von Beginn an dabei. So wurden an den fünf Standorten (Brandenburg, Premnitz, Rathenow, Stölln und Havelberg) täglich um 12.00 Uhr Mittagsandachten gehalten – insgesamt 885 Mal! Dazu hatte sich die Ökumene mit allen zusammen abgesprochen und einen Plan aufgestellt.

Unsere Brüder hielten ebenso Andachten, so auch unser Vorsteher. Um den Rahmen für die Andachten kümmerten sich sogenannte Präsenzdienste (wir würden dazu Diakonarbeit sagen), dafür wurden viele Mitstreiter gesucht. So haben Brüder und Schwestern aus dem Kirchenbezirk Stendal – wie Rathenow, Stendal, Osterburg und Tangermünde – ebenso mitgearbeitet wie in Brandenburg die Geschwister aus der Gebietskirche Berlin-Brandenburg.

Ich durfte in Premnitz an einigen Tagen beim Präsenzdienst mitarbeiten, was mir persönlich auch viel Kraft und Freude gegeben hat. Zunächst wollte ich nur unseren Vorsteher unterstützen, da aber noch etliche Termine zu vergeben waren, konnte ich die Andachten verschiedener Seelsorger und Seelsorgerinnen anderer Konfessionen begleiten.
Die Aufgabe war
– wie der Name schon sagt – präsent zu sein, mit interessierten Menschen zu reden, einzuladen und die Andacht äußerlich vorzubereiten. Dazu gehörte die schöne Aufgabe, die Glocke, die an dem Gebäude befestigt war, zu läuten, was ich gern tat. An einem schönen Sommertag war auch Bibel-TV zu Gast, um einen kleinen Beitrag zu senden. Da die Busse kurz vor Andachtsbeginn weiterfuhren, waren einige Leute traurig, dass sie an der Andacht nicht teilhaben konnten. So auch eine ältere Dame, die mich dann gebeten hat, mit ihr das „Vater Unser“ zu beten, was ich gern tat.

Ein besonderes Ereignis war, als eines Tages ein Seelsorger mit seinem Motorrad kam und in Biker-Klamotten die Andacht hielt. Er freute sich, dass die verschiedenen Kirchen so wunderbar zusammen und miteinander arbeiten.

Einmal wurde ich ohne Termin innerlich getrieben, zur Andacht zu gehen. Es war ein Priester unserer Kirche aus einem anderen Ort eingeteilt, der sich aber mit den Äußerlichkeiten nicht so auskannte. Da der Präsenzdienst an diesem Tag ausgefallen war, habe ich ihm alles gezeigt und wieder gerne die Glocke geläutet.

Die Andachten wurden teilweise musikalisch umrahmt. Mal kam ein Bruder und spielte Posaune zum Gesang, mal kamen Schwestern mit ihren Geigen oder Flöten. Ein Glaubensbruder aus Brandenburg unterstützte uns des Öfteren dazu mit Orgelspiel – sowohl bei uns als auch bei den anderen Andachten.

Es war erstaunlich, wie vielen Besuchern die kleine Pause willkommen war und wie viele der Predigt lauschten. „Kirche und Buga 2015“ war wahrlich eine schöne, gesegnete Zeit.

R. S.


sfr